AI Overviews: Google-Suche wird auch in Europa zum KI-Chatbot

Man muss nicht, aber man kann es als Googles Antwort auf den Vormarsch von AI-Chatbots wie ChatGPT, Perplexity oder Copilot sehen: Mit der Einführung von den berühmt-berüchtigten AI Overviews („Übersicht mit KI“) erweitert Google seine Funktionalitäten und setzt verstärkt auf künstliche Intelligenz (KI), um die Suche für Nutzer:innen effizienter und intuitiver zu gestalten. Gelauncht wird nun in Deutschland, Österreich, Belgien, Irland, Polen, Portugal, Spanien und der Schweiz.
Positive und negative Aspekte und Nutzen
- Zeitersparnis: Nutzer:innen müssen nicht mehrere Webseiten besuchen, sondern erhalten eine strukturierte Übersicht mit den wichtigsten Informationen.
- Neue Möglichkeiten für Content-Entdeckung: Die Funktion soll die Entdeckung relevanter Webseiten fördern, die möglicherweise weniger bekannt sind.
- Feedback-System: Nutzer:innen können die Qualität der Antworten mittels eines Bewertungssystems (Daumen hoch oder runter) beeinflussen.
- Zufriedenheit: Google betont, dass die Nutzerzufriedenheit in den USA – wo „AI Overviews“ seit Mitte 2024 verfügbar sind – durch diese Funktion erheblich gestiegen sei.
Trotz der vielversprechenden Vorteile bleibt die Einführung von „Übersicht mit KI“ nicht frei von Kritik. Die Funktion wirft mehrere Fragen und potenzielle Probleme auf:
- Risiko fehlerhafter Antworten: Das sogenannte „Halluzinieren“ generativer KI-Modelle, bei dem ungenaue oder falsche Informationen ausgegeben werden, ist eines der größten Risiken. Selbst in den USA sorgte die Funktion für Schlagzeilen, beispielsweise mit der absurden Empfehlung, Klebstoff auf Pizza zu schmieren. Trotz intensiver Trainings bleibt die Gefahr bestehen, dass die AI irreführende oder unzutreffende Ergebnisse liefert.
- Fehlende Transparenz der Auswahl: Wie genau die KI entscheidet, welche Informationen und Links in die Übersicht aufgenommen werden, ist unklar. Google gibt keine konkreten Details zu den Algorithmen preis.
- Keine Werbemöglichkeiten: Unternehmen haben zunächst keine Möglichkeit, Anzeigen direkt in den KI-generierten Übersichten zu schalten – etwas, das für Werbetreibende von Interesse ist. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass Google langfristig organischen Content bevorzugt, der mit dem eigenen Geschäftsmodell harmoniert, was kleinere und unabhängige Webseiten benachteiligen könnte.
- Datenschutz und Kontrolle: Die Funktion setzt voraus, dass Nutzerinnen mit ihren Google-Konten angemeldet sind. Dies kann Fragen zu Datenschutz und Datenverarbeitung aufwerfen. Nutzerinnen haben zudem keine Möglichkeit, die Funktion gezielt zu deaktivieren – sie erscheint automatisch, wenn sie als „hilfreich“ eingestuft wird.
Die Funktion wurde zunächst ausgiebig getestet, und Google verweist auf positives Feedback aus der Testphase. Ob diese Ergebnisse auf Europa übertragbar sind, bleibt abzuwarten. Besonders die Mehrsprachigkeit und die kulturellen Unterschiede könnten die Effektivität der KI-gestützten Antworten beeinflussen. Außerdem sind europäische Regionen wie Spanien, Frankreich oder Deutschland bekannt dafür, Google sehr kritisch gegenüber zu stehen.