Alterras Therapeutics: Wiener BioTech gegen tödliche Krankheit fällt in Konkurs
Sie wollten eine seltene, chronische und tödliche Erkrankung bekämpfen und gleichzeitig einen Milliardenmarkt erobern – doch jetzt hat das Wiener BioTech Alterras Therapeutics andere Probleme: Denn vom zuständigen Handelsgericht Wien musste ein Konkursverfahren eröffnet werden, weil das 2017 gegründete Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen zuletzt nicht mehr nachkommen konnte.
Alterras forschte an einer Therapie gegen so genannte pulmonale arterielle Hypertonie (PAH). Dabei handelt es sich eine seltene, chronische und tödliche Erkrankung, die durch einen erhöhten Blutdruck in der Lungenarterie gekennzeichnet ist. Einmal diagnostiziert, haben die Patient:innen (meist zwischen 50 und 65 Jahren alt) eine begrenzte Lebenserwartung von etwa 7-10 Jahren.
Enge Verbindungen zu Attoquant Diagnostics und Apeiron
Das Startup rund um Geschäftsführer Benjamin Vigl forschte an einem alternative RAS-Signalweg, das „vielversprechende gefäßerweiternde, entzündungshemmende und antifibrotische Wirkungen“ entfalten hätte können. Das Renin-Angiotensin-System (RAS) ist ein Netzwerk von Peptidhormonen, das der Regulierung des Blutdrucks und des Wasser-Elektrolyt-Gleichgewichts dient. In vorklinischen Modellen hätte man das Konzept bereits erfolgreich testen können, in den USA und Europa ließ man die Therapie durch Patente schützen.
Doch wie so oft im BioTech-Bereich dürfte die lange Entwicklungszeit mit hohen Kosten zuletzt nicht mehr finanzierbar gewesen sein. Alterras Therapeutics ist eng mit Attoquant Diagnostics, ebenfalls aus Wien, verbunden. Das Diagnoseunternehmen ist mit etwa zehn Prozent an Alterras beteiligt, und es git auch Überschneidungen bei anderen Gesellschaftern. Attoquant bietet eine Technologie zur Messung von Peptiden des Renin-Angiotensin-Systems (RAS) an – insofern passen die Unternehmen gut zusammen.
Attoquant wiederum hat die Apeiron Biologics AG mit einem Anteil von 40 Prozent zu größten Shareholder. Apeiron galt 2020 als eine der Hoffnungsträger für die Entwicklung eines COVID-19-Arzneimittels und sammelte damals etwa 40 Millionen Euro ein. Später aber wurde dann BioNTech zum Star der BioTech-Welt, als es den Impfstoff entwickelte.