Apptauen: Web-Animation zeigt, wie Hallstätter Gletscher schmilzt
Die Gletscher schmelzen – Für viele ist das längst keine Überraschung mehr. Bereits seit den 1990er Jahren ist die Entwicklung in Österreich zu beobachten. Besonders die Erderhitzung setzt den Eismassen enorm zu. Wie die APA am Montag berichtete, verlor allein der Hallstätter Gletscher, der größte Gletscher im Dachsteingebirge, in diesem Jahr 1,4 Meter Eis über die gesamte Fläche. Insgesamt 1.228 Millimeter schrumpfe der Gletscher in den vergangenen zwölf Monaten. Innerhalb von 15 Jahren ist er um 14 Prozent zurückgegangen.
Hallstätter Gletscher zwischen 1856 und 2100
Diese Entwicklung stellt ein Projekt in Oberösterreich bereits seit dem vergangenen August in einer Web-Animation eindrucksvoll nach. Die Website mit dem Namen „Apptauen“ zeigt eine Animation, wie groß der Hallstätter Gletscher im Jahr 1856 war und wie er um das Jahr 2100 aussehen könnte – abhängig davon, wie viel überhaupt von ihm übrig bleibt: Schon 2080 könnte der Dachstein-Gletscher laut der Animation eisfrei bleiben.
Seit 2006 werden die vier Dachsteingletscher jährlich gemeinsam von Blue Sky Wetteranalysen und dem Institut für Gebirgsforschung an der Akademie der Wissenschaften vermessen. Auch das Projekt Apptauen wurde von den beiden Partnern in Kooperation mit einer Linzer Digitalagentur und den Grünen Oberösterreich umgesetzt.
Höhenmodelle und Laserscans verwendet
Laut Website wurden für die Gletscherveränderungen wissenschaftlich verfügbare Höhenmodelle herangezogen. Zudem wurden Laserscans genutzt, die kürzlich bei Flugzeugeinsätzen gesammelt wurden. Gletscher mithilfe von Laser-Scans zu vermessen, ist genauer als aus der Luft Orthofotos aufzunehmen. So haben Forschende im österreichischen Teil des Silvretta-Gebirges die Methode etwa eingesetzt, um „unsichtbare Gletscher“ besser zu überwachen, wir berichteten. In Kombination zeigen die Methoden in der Animation von „Apptauen“ anschaulich, wie stark Gletscher in den vergangenen 200 Jahren zurückgegangen sind.
Von Lasern und Mikros: So wird das Schmelzen der Gletscher überwacht
„Die Klimaforschung zeigt uns sehr eindrücklich, wie unerträglich und gesundheitsschädlich heiß es in den Sommern der Zukunft werden wird, wenn wir keine Trendwende beim Ausstoß der Treibhausgase erreichen. Gletscher sind die Fieberthermometer unseres Planeten und sie zeigen uns, dass der Planet an hohem Fieber leidet. Leider wurden die Warnungen zu wenig oder nicht wahrgenommen“, erklärte Oberösterreichs Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) laut APA. „Wir beobachten den Hallstätter Gletscher nun schon seit 15 Jahren wissenschaftlich und bisher war die Massenbilanz des Gletschers jedes Jahr negativ.“