Massive Abflüsse aus Bitcoin-ETFs: Wie dramatisch ist die Lage?
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Der Schock in der Krypto-Welt sitzt tief: Der harte Crash von Krypto-Assets, der Bitcoin nach wie vor unter die Marke von 90.000 Dollar gedrückt hat, hat nicht nur die Branche selbst, sondern auch die Wall Street aufgewühlt. Die Ausflüsse der Bitcoin und Ethereum Spot ETFs sind riesig, diese Woche wurden bereits knapp 1,6 Milliarden Dollar von Investoren abgezogen.
Die ETFs sind für viele institutionelle Anleger der bevorzugte Weg, um indirekt in Kryptowährungen investieren zu können, ohne sich selbst um Verwahrung und Co kümmern zu müssen. Die Charts zeigen deutlich, dass mit dieser Woche eine dramatischer Wendepunkt bei diesen ETF-Investments stattgefunden hat.
Gab es zuletzt noch große Zuflüsse in die Bitcoin- und Ethereum-ETFs, wird nun massig Geld abgezogen, um es anderswo zu parken – vermutlich in Asset-Klassen, die nicht so risikobehaftet (weil sehr volatil) sind wie BTC und ETH. Seit dem Start der Bitcoin-ETFs Anfang 2024 waren die Abflüsse nicht so groß wie am Montag und Dienstag dieser Woche.
„Wenn man diesen Bitcoin-Bullenmarkt mit früheren Zyklen vergleicht, dann ist der momentane Abverkauf nichts Ungewöhnliches. Im Jänner 2021 etwa sahen wir einen Preisrückgang von über 30% zum damaligen Hoch. Ein Absturz dieser Dimension würde heute zu einem Preis von etwa $75,000 führen. Erst wenn der Preis unter diese Grenze fällt, werde ich meine momentane These zum Bitcoin-Bullenmarkt überdenken“, sagt etwa Alexander Kirchmaier von Die Kryptologen.
Zuversicht ist vorerst weg
Dass Krypto derzeit stark fällt, hat mehrere Gründe. Zum einen ist der Zauber des „Trump Pumps“ vorüber. Seit der Wiederwahl Anfang November haben Kryptowährungen wie auch US-(Tech-)Werte teilweise stark zugelegt, in Erwartung von entsprechender Politik von Trump.
Da aber Trumps aggressive Außenpolitik mitsamt Strafzöllen die Inflationsängste wieder angekurbelt haben, sind weitere künftige Zinssenkungen wieder unwahrscheinlicher geworden. Der Effekt: Krypto-Assets und die Aktienmärkte haben deswegen einen ordentlichen Rückschlag hinnehmen müssen, die Zuversicht der Investoren in künftige Preissteigerungen ist scheinbar verflogen. Zusätzlich hat der Bybit-Hack, bei dem Cryptos im Gegenwert von 1,4 Milliarden Dollar geklaut wurden, weitere Verunsicherung geschürt, weil auch andere Exchanges angegriffen werden könnten.
Das sieht man auch am Crypto Fear & Greed Index. Dieser steht derzeit bei nur mehr 26 Punkten und liegt damit so schlecht wie seit de Sommer 2023 nicht mehr. Bedeutet: Aktuell haben nur wenige große Lust, in Kryptowährungen zu investieren.