Dream: Cybersecurity-Startup von Ex-Kanzler Kurz wird Unicorn

Das Anfang 2023 vom früheren Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) mit zwei israelischen Partnern gegründete Cybersecurity-Startup Dream mit Sitz in Tel Aviv hat am heutigen Montag ein neues Investment in der Höhe von 100 Mio. Dollar (etwa 95 Mio. Euro) bekanntgegeben. Die Investorenrunde hat laut Presse der US-Investor Bain Capital angeführt. Mit dem Investment steige die Unternehmensbewertung auf 1,1 Mrd. Dollar, teilte Dream mit. Damit ist die Jungfirma nun zum Unicorn geworden. Kurz ist an der Dream Group mit rund 15 Prozent beteiligt.
Dream will in USA und Südamerika expandieren
Dream hat sich auf den Schutz kritischer Infrastruktur von Staaten und Industrieunternehmen mit Hilfe von AI spezialisiert. „Wir nutzen Daten und eigens entwickelte Modelle, um die komplexesten und risikoreichsten Netzwerke gegen die raffiniertesten staatlichen Angriffe der Welt zu schützen. Unsere Technologie verändert das Paradigma der Cybersicherheit – sie schützt nicht nur vor bekannten Bedrohungen, sondern identifiziert und neutralisiert auch proaktiv solche, die es bisher noch nicht gab“, erklärt Kurz in einem Linkedin-Posting.
Derzeit hat Dream Kunden in Europa, Nahost und Südostasien. Die Jungfirma beschäftigt nach eigenen Angaben aktuell rund 150 Mitarbeiter:innen am Hauptsitz in Tel Aviv sowie in Niederlassungen in Abu Dhabi und Wien. Die neue Partnerschaft mit Bain Capital werde vor allem die Expansion des Jungunternehmens in zusätzlichen Märkten vorantreiben, darunter die USA und Südamerika, heißt es in der Mitteilung.
Sebastian Kurz gründet gemeinsame Firma mit Investor Alexander Schütz
Sebastian Kurz hat schon mehrere Firmen gegründet
Es handelt sich bei Dream nicht um das erste von Sebastian Kurz gegründete Unternehmen. Schon im Jahr 2022, kurz nach seinem Rücktritt als Bundeskanzler, hat er die SK Management GmbH ins Leben gerufen. Kurz darauf hat er mit Investor Alexander Schütz die Investment-Firma AS²K gegründet (wir berichteten).
Kurz hat Dream 2023 zusammen mit seinen israelischen Geschäftspartnern Shalev Hulio und Gil Dolev gegründet. Shalev Hulio hat 2010 die kontroverse NSO Group mitgegründet, die in späterer Folge bekannt für ihre Spyware für Smartphone-Fernüberwachung wurde. Mit Hilfe der Spyware wurden zahlreiche Menschenrechtsaktivist:innen und Journalist:innen in mehreren Ländern überwacht. Dazu zählte auch der ermordete saudische Journalist Jamal Khashoggi. 2019 verklagte WhatsApp den US-Ableger der NSO Group in den USA, 2021 verklagte auch Apple das Unternehmen. Im August 2022 trat Hulio von seinem Posten als CEO zurück, später gründete er dann eben mit Kurz gemeinsam Dream.