Handelskrieg

„Einmalige Gelegenheit, hochkarätige Talente aus den USA nach Europa zu holen“

Andy Schwarzenbrunner, Partner von Speedinvest. © Speedinvest
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Die jüngsten Zollerhöhungen durch Donald Trump und die weltweiten Reaktionen darauf (China konterte am Freitag mit 34% Zöllen auf US-Güter) werfen neue Fragen insbesondere für Hardware-Startups in Europa auf. Während einige Unternehmen vor erheblichen Herausforderungen stehen, könnten sich für den europäischen Markt auch unerwartete Chancen ergeben.

Steigende Kosten und Lieferkettenrisiken

Hardware-Startups sehen sich mit steigenden Kosten und zunehmenden Lieferkettenrisiken konfrontiert. „Auch wenn Halbleiter vorerst von den Zöllen ausgenommen sind, verteuern produkt- und materialspezifische Zölle industrielle Komponenten wie Maschinenbauteile und industrielle Steuerungseinheiten – etwa durch den 25%-Zoll auf Aluminium“, erklärt Andreas Schwarzenbrunner, General Partner bei Speedinvest.

Der Venture-Capital-Experte weist auf einen wichtigen Unterschied zu amerikanischen Startups hin: „Viele europäische Hardware-Startups sind stärker mit Asien als mit den USA verflochten. Wer seine Lieferketten bereits diversifiziert hat, kann die Auswirkungen begrenzen.“

Besonders herausfordernd wird die Situation für Unternehmen mit starker US-Marktabhängigkeit: „Startups, die stark auf den US-Markt angewiesen sind und dort viel Hardware absetzen, müssen nun prüfen, ob sie ihre Produktions- und Beschaffungsstrategien anpassen oder höhere Preise durchsetzen können“, so Schwarzenbrunner.

Veränderte Investmentkriterien

Die neuen Handelsbedingungen könnten auch die Beurteilungskriterien für Investoren verändern. Schwarzenbrunner betont: „Investoren werden sich nicht pauschal aus dem Hardware-Bereich zurückziehen – aber wohl genauer hinschauen. Startups, die stark auf den US-Markt angewiesen sind, müssen sich auf deutlich kritischere Fragen einstellen.“

Zu diesen Fragen gehören etwa: Ist das Geschäftsmodell auch ohne US-Kunden tragfähig? Wie stabil ist die Lieferkette, und wie flexibel lässt sie sich auf neue Handelsbarrieren anpassen?

„Höhere Produktionskosten erfordern größere Finanzierungsrunden, und Investoren werden im Rahmen ihrer Due Diligence deutlich genauer hinsehen – insbesondere bei Lieferketten, Fertigungsstrukturen und potenziellen Handelsrisiken. Robustheit wird zum neuen Wettbewerbsvorteil“, so der Speedinvest-Partner.

Fundraising und Marktchancen für Europa

Eine größere Marktkorrektur sieht Schwarzenbrunner derzeit nicht am Horizont: „Eine spürbare Marktkorrektur erwarten wir derzeit nicht – vor allem, weil zentrale Branchen wie Tech- und Finanzdienstleistungen bislang ausgenommen sind.“

Stattdessen könnte Europa vom geopolitischen Wandel sogar profitieren: „Europa könnte gestärkt aus dieser Phase hervorgehen – wenn es gelingt, die Initiativen zur Kapitalmarktunion und mehr Wachstumskapital konsequent voranzutreiben und das verfügbare Investmentvolumen deutlich zu erhöhen.“

Besonders optimistisch zeigt sich Schwarzenbrunner hinsichtlich der Talentgewinnung: „Aus unserer Sicht ist dies zudem eine einmalige Gelegenheit, hochkarätige Talente aus den USA, insbesondere Ingenieure und Forscher, nach Europa zu holen. Angesichts der Kürzungen bei der Universitätsfinanzierung in den USA werden immer mehr Fachkräfte auf der Suche nach neuen Perspektiven sein.“

Die strukturellen Vorteile Europas könnten in diesem Umfeld besonders zur Geltung kommen: „Europa bietet idealen Boden für Innovation: hohe F&E-Investitionen, einen größeren Anteil an MINT-Absolventen als die USA und Zugang zu zukunftsorientierten Unternehmen“, schließt Schwarzenbrunner.

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