Evologic: Wiener BioTech holt 2,5 Mio. Euro, um Pestizide durch Pilze zu ersetzen
Die Reduzierung von Düngemitteln und Pestiziden in der Landwirtschaft durch den Einsatz von Biologika kann nicht nur die landwirtschaftliche Produktion wieder natürlicher machen, sondern auch das Grundwasser sauberer machen und zu verantwortungsvollerer Produktion und Konsumation beitragen. Das 2016 gegründete Wiener BioTech Evologic Technologies will mit seinen Entwicklungen gleich zu mehreren Sustainable Development Goals (SDGs) beitragen.
Im Kern steht dabei die Entwicklung von Biostimulantien und Biopestizide, die chemisch-synthetische Produkte in der Landwirtschaft zurückdrängen sollen. Und dafür hat sich das junge Unternehmen rund um Geschäftsführer und Gründer Wieland Reichelt jetzt 2,5 Millionen Euro bei Investoren geholt. Die Finanzierungsrunde wird von der Askur Invest GmbH aus Leverkusen angeführte, die bisherigen Investoren RWA, BayWa, Mauthner und Vivida ziehen mit, genauso wie es Unterstützungen von aws (aws PreSeed und aws Seedfinancing) und der EIF gibt.
Pilze industriell skalieren
Evologic setzt bei seinen Biopestiziden auf Pilze. Die können natürlich auch von selbst wachsen und gezüchtet werden, doch das Wiener BioTech mit seinen 18 Mitarbeitern hat ein neuartigen Produktionsverfahren namens „Pseudo Solid State Fermentation“ (PSSF) entwickelt und verspricht, einen Großteil der bekannten Pilzspezies (ca. 2,8 Millionen) „industriell skalierbar, frei von Kontaminationen und Substratrückständen“ und auch noch kosteneffizient herstellen zu können.
In Wien Liesing soll Evologic nun weiter wachsen und die Entwicklung des patentierten Bioreaktors vorangetrieben werden. Dieser ermöglicht die Herstellung von natürlichen symbiotischen Pilzen, die dann wiederum als Nährstoffe auf dem Feld eingesetzt werden können. Evologic ist 2016 aus dem Institut für Verfahrenstechnik der Technischen Universität Wien als Spinoff hervorgegangen. Wie bereits berichtet hat sich das junge Unternehmen auch eine Förderung der EU sichern können.
European Innovation Council: Je bis zu 2,5 Mio. Euro für vier österreichische Firmen