Heatle: Innovativer Wassererhitzer aus Berlin
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Das Berliner Startup Heatle präsentiert in der neuen Folge von 2 Minuten 2 Millionen eine Küchen-Innovation: Den weltweit ersten induktiven Tauchsieder, der Flüssigkeiten direkt im Gefäß auf die gewünschte Temperatur erhitzt – energiesparend, effizient und vielseitig. Doch ist Heatle wirklich eine Revolution oder nur ein teures Küchengadget?
Nicht nur ein Wasserkocher
Heatle kombiniert britische Teatime-Tradition mit deutschem Erfindergeist. Die Gründer:innen Julian Merkel und Kristin Werner haben sich vor einem Jahr voll und ganz dem Unternehmen verschrieben. Erfunden wurde Heatle von einem britischen technischen Ingenieur, während sich die beiden auf Sales und Marketing konzentrieren. „Es ist weitaus mehr als ein Wasserkocher“, betont Julian Merkel.
Heatle funktioniert in nahezu allen Gefäßen und erhitzt Flüssigkeiten wie Tee, Babymilch oder Suppe auf präzise 30°C bis 100°C – in nur 30 Sekunden. Dabei wird lediglich die benötigte Menge erhitzt, was den Stromverbrauch reduziert und für mehr Sicherheit sorgt: Der Heatle selbst wird nur leicht warm (maximal 37°C) und verhindert so Verbrennungen.
Das Prinzip ist simpel: Eine Metallscheibe wird per Induktion erhitzt und gibt die Wärme direkt an die Flüssigkeit ab. Der zugehörige Heatle-Stab überwacht den Erhitzungsprozess über Bluetooth und signalisiert, wenn die gewünschte Temperatur erreicht ist.
Die Gründer:innen halten fünf Patente und haben eine eigene Wärmflasche entwickelt, die in Zukunft das Sortiment erweitern soll. Heatle soll langfristig Wasserkocher, Babyflaschenwärmer, Eierkocher und sogar Dampfgarer ersetzen, so Werner und Merkel.
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Nachhaltigkeit und Design vereint
Nicht nur die Funktionalität soll überzeugen, sondern auch das Design: Heatle besteht aus hochwertigen Materialien wie Edelstahl und Eichenholz. Die Gründer:innen setzen aber auch auf einen nachhaltigen Ansatz. Durch den gezielten Energieeinsatz werden Lebensmittelverschwendung und unnötiger Stromverbrauch minimiert.
Laut Gründer:innen kann bis zu 81 % des normal verbrauchten Stroms eingespart werden. Das macht Heatle nicht nur praktisch, sondern auch umweltfreundlich. Das Heatle Classic Set wird aktuell im Angebot für 199 Euro verkauft, während das Premium-Set ab 250 Euro erhältlich ist. Spezialeditionen sind auch erhältlich.
Millioneninvestitionen – doch wem gehört das Unternehmen?
Bisher haben die Gründer:innen 5,2 Millionen Euro in Heatle investiert. Internationale Investor:innen sind bereits an Bord – der größte hält 38 % der Anteile. Doch genau hier liegt das Problem: Julian Merkel und Kristin Werner besitzen nur noch ca. 2 % ihrer eigenen Firma. „Eigentlich geht es heute um alles“, erklärt Kristin Werner. „Das Produkt ist da, der Fahrplan steht – aber wir brauchen die Mittel, um ihn verwirklichen zu können. Das ist für uns wahnsinnig wichtig.“
Sie bieten den Investor:innen 10 % der Unternehmensanteile für 500.000 Euro. Mit dem Geld wollen sie skalieren, neue Vertriebswege erschließen und die Marke Heatle weiter etablieren. Das Marktpotenzial ist laut Werner riesig: Jährlich werden in der DACH-Region 7 Millionen Wasserkocher verkauft, weltweit sind es über 120 Millionen.
Begeisterung für das Produkt, aber Skepsis bei der Bewertung
Heatle hat sich bereits bewiesen: 12.000 Geräte wurden letztes Jahr verkauft. Dennoch gibt es kritische Stimmen. 2 Minuten 2 Millionen-Investor Christian Jäger fragt nach: „Glaubt ihr wirklich, dass das eine Revolution ist?“ Er agumentiert, dass die Kombination aus Wasserkocher und Mikrowelle eigentlich die gleichen Anwendungsgebiete hat wie der Heatle – und die hat fast jede:r schon daheim.
Kristin Werner widerspricht und zieht den Vergleich zum Smartphone: „Mit einem Klapphandy konnte man auch telefonieren – aber das Smartphone bietet eine Welt an Möglichkeiten, auf die wir nicht mehr verzichten wollen. Auch der Heatle hat unendlich viele Anwendungsbereiche.“
Kein Investment, aber …
Am Ende scheitert der Deal vor allem an der verwässerten Gesellschafterstruktur und dem hohen Preis des Produkts. Dennoch sind die Investor:innen beeindruckt von der Technologie – und einige sichern sich privat direkt einen Heatle. Zudem bietet Vertriebsexpertin Katharina Schneider den Gründer:innen das Mediashop-Ticket, mit dem Heatle künftig im Teleshopping angeboten werden könnte.
Die Gründer:innen von Heatle treten am 27. Februar bei der Startup-Show 2 Minuten 2 Millionen vor die Investor:innen-Jury. Mehr Infos zu allen Startups der neuen Staffel gibt es hier.
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