Startup-Paket: Fortsetzung von Risikokapitalprämie und Lohnnebenkostenförderung nicht sicher
Erste Auswirkungen des Regierungswechsels auf die Startup-Szene: Wie aktuell auf der Webseite des Austria Wirtschaftsservice (aws) zu lesen ist, werden Anträge für zwei wesentliche Förderprogramme des 2016 gestarteten Startup-Pakets von SPÖ und ÖVP nur mehr bis 31. Dezember angenommen. Konkret handelt es sich dabei um die Risikokapitalprämie und um die Lohnnebenkostenförderung.
„Eine neue Bundesregierung hat die Entscheidung über die Fortsetzung des gegenständlichen Förderprogrammes ab 1. Jänner 2018 zu treffen und dafür die entsprechenden budgetären Grundlagen zu schaffen. Diese Entscheidung wird danach umgehend bekannt gegeben. Bis auf Weiteres können ab 1. Jänner 2018 keine Anträge im gegenständlichen Förderprogramm entgegengenommen werden“, heißt es wörtlich sowohl zur Risikokapitalprämie als auch zur Lohnnebenkostenförderung.
Zwei Maßnahmen für Investoren und Gründer
Die Risikokapitalprämie ist ein Zuschuss der aws von bis zu 20 Prozent auf Basis des förderbaren Beteiligungsbetrages des Investors. Sie gilt rückwirkend seit 1. Jänner 2017, war bei Business Angels aber nicht sonderlich beliebt, weil sie unter die so genannte De-Minimis-Beihilfe-Regelung der EU von 2013 fällt (Trending Topics berichtete).
Die Lohnnebenkostenförderung sollte Startups bei den Kosten für die ersten Mitarbeiter entlasten. Sie sieht ein Finanzierungsvolumen im ersten Jahr von bis zu 100 Prozent, im zweiten Jahr von bis zu 67 Prozent und im dritten Jahr von bis zu 33 Prozent der Dienstgeberbeiträge vor.
Neue Maßnahmen in Planung
Damit ist offen, ob die beiden Förderprogramme künftig fortgesetzt werden oder durch andere Programme ersetzt werden. Aus dem Regierungsprogramm geht hervor, dass die neue ÖVP-FPÖ-Regierung „Gründungen, Startups sowie Scale-ups insbesondere von technologieintensiven Unternehmen erleichtern“ möchte. Unter anderem mit folgenden Maßnahmen:
- Ausbau der alternativen Finanzierungsmethoden (Ausbau von Fund-of-Fund-Modellen sowie eine einfachere steuerliche Abwicklung privater Investitionen in riskantere Projekte)
- Erhöhung des Garantievolumens (durch die aws)
- Internationale Top-Acceleratoren nach Österreich bringen, um innovative Start-ups im Bereich Digitalisierung zu fördern
- GIN-Programm weiter ausbauen (mehr dazu hier)
- Verstärkung der Kooperation zwischen Gründern, Start-ups sowie Scale-ups und der Industrie
- Einrichtung von regulatorischen „Sandboxes“ für innovative Unternehmen mit neuen Technologien (Blockchain, künstliche Intelligenz etc.) als geschützter Entwicklungsrahmen (mehr dazu hier)