Tech-IPOs werden wegen Trump-Chaos auf Eis gelegt

Die jüngst von US-Präsident Donald Trump angekündigten umfassenden Zollmaßnahmen haben nicht nur bestehende Tech-Aktien erschüttert, sondern auch zahlreiche geplante Börsengänge zum Erliegen gebracht. Der massive Kursrutsch an den globalen Aktienmärkten hat ein Klima der Unsicherheit geschaffen, das potenzielle IPO-Kandidaten zur Vorsicht zwingt.
Bis vor kurzem noch schien es so, als würde sich ein neues IPO-Fenster öffnen, wie berichtet gab und gibt es zahlreiche Kandidaten dafür. Aktuell kommen aber immer mehr Berichte herein, dass folgende Unternehmen ihre IPOs verschieben werden bzw. das zumindest in Erwägung ziehen, und zwar:
- Klarna (via Financial Times)
- StubHub (via FT)
- Circle (via Wall Street Journal)
- Chime (via WSJ)
- Hinge Health (via Business Insider)
- Medline (via FT)
Die von Trump angekündigten Zölle umfassen eine pauschale Abgabe von 10% auf Importe aus allen Ländern, wobei für viele Handelspartner deutlich höhere Sätze gelten. Für die EU wurde ein Zollsatz von 20% festgelegt, für Autos sogar 25%. Besonders alarmierend für die Tech-Branche: Trump kündigte an, “sehr bald mit den Zöllen auf Chips zu beginnen”. Deswegen wurden etwa Apple, Nvidia und Broadcom besonders hart getroffen, ihre Aktienkurse gaben deutlich nach.
Die komplexen globalen Lieferketten der Technologiebranche machen sie besonders anfällig für die Auswirkungen dieser Handelspolitik. Unternehmen wie Apple, die stark von Produktionsstätten in Asien abhängig sind, werden voraussichtlich am stärksten betroffen sein.
IPO-Fenster schließt sich plötzlich
Experten erwarten, dass das IPO-Fenster mindestens bis zum dritten Quartal 2025 weitgehend geschlossen bleiben wird. Die Unsicherheit über mögliche Vergeltungsmaßnahmen anderer Länder und die langfristigen Auswirkungen auf die globalen Lieferketten lassen potenzielle Börsenaspiranten zögern.
Wirtschaftsexperte Florian Neuhann bezeichnet Trumps Zollpolitik als “Angriff auf die bisherige Wirtschaftsordnung” und betont: “Unsicherheit ist immer Gift für die Wirtschaft”. Diese Unsicherheit trifft die innovationsgetriebene Tech-Branche besonders hart und könnte die Finanzierungslandschaft für Startups nachhaltig verändern. Immer mehr Investoren, darunter auch die Gründerin von ARK Invest, Cathie Wood, äußerten sich bereits vor der offiziellen Unterzeichnung der Zollverordnung durch den US-Präsidenten besorgt über eine drohende Rezession.
„Wir sind besorgt über eine Rezession. Wir glauben, dass sich die Geschwindigkeit des Geldes dramatisch verlangsamt“, sagte Wood bereits am 18. März am Digital Asset Summit.