Tesla: Verkäufe in Europa um 45 Prozent gesunken

Die Tesla-Aktien stürzten am Dienstag um fast 8 Prozent ab. Der Grund: In Europa hat der Elektroautohersteller im Vergleich zum Vorjahr fast 50 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft. Das liegt aber nicht an einer sinkenden Nachfrage nach E-Autos – im Gegenteil, auf dem Markt in Europa herrscht aktuell ein positiver Trend.
Geschwächte Nachfrage
Laut dem europäischen Automobilherstellerverband stiegen die Verkäufe von Elektroautos im Januar um 37,3 Prozent. Der Marktanteil von Elektroautos in der EU erreichte damit 15 Prozent. Für Tesla gelten diese positiven Entwicklungen allerdings nicht. Während die Zahlen in der EFTA (Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz) und im Vereinigten Königreich um mehr als 45 Prozent zurückgingen, waren es in der EU allein sogar mehr als 50 Prozent.
Eventuell war die Entwicklung absehbar, denn 2024 verzeichnete Tesla erstmals seit über einem Jahrzehnt einen Rückgang bei den Verkaufszahlen in Europa (-13 Prozent). In absoluten Zahlen wurden im Januar dieses Jahres 9.945 Fahrzeuge verkauft. Der Anteil von Tesla an den Neuzulassungen in Europa fiel laut dem Business Insider von 1,8 auf 1 Prozent.
Gründe für den Absturz
Verantwortlich für die aktuelle Tesla-Performance seien mehrere Faktoren. Zum einen die starke Konkurrenz und der zunehmende Wettbewerb – vor allem aus China, wie etwa BYD. Laut Russ Mould, Investment Director bei AJ Bell, sei der chinesische Hersteller BYD vor allem deshalb so erfolgreich, weil er serienmäßig einige Funktionen anbietet, die bei anderen Herstellern extra kosten.
Auf der anderen Seite wird Musks politisches Engagement als Grund für die schwächelnde Tesla-Nachfrage genannt. Einige (potenzielle) Autokäufer:innen hätten einen differenzierten Standpunkt zu Musks politischen Interventionen. Dabei geht es nicht nur um Musks rechtsextreme Agenden, wie etwa die Unterstützung des inhaftierten rechtsextremen Aktivisten Stephen Yaxley-Lennon in Großbritannien, sondern auch um seine Beteiligung an der Kürzung von US-Entwicklungsgeldern und seinen Bemühungen um eine drastische Kürzung der US-Bundesmittel. Laut BBC hat Tesla-Eigentümer Elon Musk auf beiden Seiten des Atlantiks kontroverse politische Wellen geschlagen.
Tesla-Aktien betroffen
Auch hätten einige Tesla-Investor:innen in den letzten Monaten zunehmend pessimistisch gegenüber der Aktie gezeigt. Diese fielen bis Dienstagnachmittag um mehr als 9,22 Prozent und notierten dann bei rund 300 Dollar. Zum Handelsende schloss die Aktie 8 Prozent im Minus bei 302,80 Dollar.
Ross Gerber, ein früherer starker Tesla-Investor, äußert sich zunehmend kritisch zu Elon Musk und Tesla. Wie er dem Business Insider mitteilte, geht er davon aus, dass die Tesla-Aktien bis 2025 um bis zu 50 Prozent fallen werden. Als Gründe nannte er unter anderem Musks unberechenbare Persönlichkeit, bezeichnete ihn als abgelenkten CEO und führte an, dass Tesla an die Grenzen der autonomen Technologie für selbstfahrende Autos gestoßen sei.
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