Uber nimmt am 1. März wieder regulären Betrieb auf
Wer derzeit zur Uber-App greift, kann sich dort eigentlich nur ein Taxi zu den üblichen Taxitarifen bestellen. Doch ab dem 1. März will der Fahrtenvermittler seinen Betrieb in Wien wieder so anbieten können, wie man ihn von früher kennt. Grund dafür ist der neue Taxitarif, den die Wiener Stadtregierung vorgestellt hat. Dieser gilt sowohl für Taxi- wie für Mietwagenfahrer und erlaubt wieder flexibles Pricing – was zwischenzeitlich wegen dem neuen Gelegenheitsverkehragesetz nicht möglich war.
„Ab 1. März kannst du wieder wie gewohnt UberX nutzen, den finalen Fahrpreis bereits vor Fahrtantritt einsehen und dann ganz entspannt deine Fahrt mit lizenzierten FahrerInnen antreten“, heißt es seitens Uber in Österreich. Bis Ende Februar noch wird der Fahrpreis erst am Ende der Fahrt berechnet – eben nach dem geltenden Wiener Taxitarif.
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Preisspanne zwischen minus und plus 20 Prozent
Der neue Tarif, an den sich Uber halten muss, sieht folgendermaßen aus:
- Grundtarif am Tag: 3,40 Euro
- Grundtarif in der Nacht: 3,80 Euro
- Streckentarif für 1 bis 5 km von 0,80 Euro
- Streckentarif ab 5 km von 0,50 Euro
- Zeittarif von 0,50 Euro sowie etwaige Zuschläge
Aber ganz wichtig: Bei so genannten Ride-Hailing, also vorbestellten Fahrten via App, können die Anbieter den Fahrpreis in einer Preisspanne von 20 Prozent nach unten wie nach oben anpassen. Sie können so also günstiger fahren als Taxis, die von der Straße weg genommen werden. Das erlaubt es den Anbietern, einen preislichen Wettbewerb zu machen. Niedrige Preise wie noch vor einigen Jahren wird es bei Uber aber nicht geben können.
Im Vergleich zum alten, noch bis Ende Februar geltenden Taxitarif ist das neue Tarifmodell um etwa 14 Prozent erhöht worden – und nach acht Jahren die erste Anpassung. Während Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer im Einklang mit der Stadtregierung das neue Preismodell als fair beurteilten (es wird ein Jahr lang beobachtet und dann evaluiert), kommt Kritik seitens der FPÖ, die sich immer auf Seiten der Taxiunternehmen sah. Man spricht weiter von Anti-Taxi-Politik.
FPÖ-Kritik, Taxi-Betreiber positiv eingestellt
„Mit dem schwarz-grünen Aus für die Tarifbindung und dem Zerschießen des unter FPÖ-Regierungsbeteiligung verhandelten Gelegenheitsverkehrsgesetzes wurden die heimischen Taxibetriebe an Silicon Valley-Konzerne ausgeliefert“, heißt es seitens FPÖ-Verkehrssprecher Christian Hafenecker. Seinem Kollegen Thomas Kreutzinger von der Freiheitlichen Wirtschaft Wien würde außerdem für alle Taxis, die behaupten nur mit App zu fahren, die Taxameterpflicht entfallen. „Dadurch wird es nahezu unmöglich sein zu kontrollieren, ob diese Fahrer auch wie vorgeschrieben einen Taxischein haben.“
Im Lager der Taxi-Betreiber sieht man die neuen Regeln allerdings durchwegs positiv. „Durch die fairen Rahmenbedingungen, an die sich in Zukunft alle Anbieter halten müssen, wird ein Qualitätswettbewerb erst möglich. Zudem können sich Kunden darauf verlassen, dass sich ihr Fahrpreis innerhalb eines festgelegten Korridors bewegt“, sagt Taxi 40100-Geschäftsführer Andreas Hödl. Man werde die Möglichkeit, Preise für vorbestellte Fahrten um bis zu 20 Prozent zu reduzieren, in Anspruch nehmen.
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